21. April 1815 – Düsseldorf wird preußisch

21. April 1815: Mit Kanonendonner, Glockenklang und Vivat: Wir sind jetzt Preußen! Ein Dokument im Stadtarchiv Düsseldorf belegt die Zeremonien in Düsseldorf anlässlich der neuen preußischen Verwaltung. Im Verlaufe der Befreiungskriege waren die Gebiete entlang des Rheins unter preußische Verwaltung gekommen und unterlagen einer grundlegenden Neuordnung. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. hatte seine Bürger in einer Proklamation am 5. April 1815 mit den folgenden Worten begrüßt: „Ich trete mit Vertrauen unter euch, gebe euch eurem deutschen Vaterlande, einem alten deutschen Fürstenstamme wieder und nenne euch Preußen.“

Hier die Transkription des Dokuments durch das Stadtarchiv Düsseldorf:

Düsseldorf am 21ten April Achtzehnhundertfünfzehn, Morgens eilf Uhr aufm Markt vor der Rathshaus-Thüre In Gegenwart des Herrn Oberbürgermeisters Degreek, der Herrn Assessoren Quest, Hoffmann, Heubes, der Herren Stadträthe Hoffmann, Röseler, Kampus, Farina, Ronsdorf, Blasset, Jacobi, Köhler, Schram, Siberius, Scharsberg, von Dorsten, von Frantz, Jansen, Schorn, Jeger, Hopfensack, Heubes, Gangelt, Püz.
Auf das Schreiben des Herrn Landes Directors vom 19. dieses, Vermöge wessen wegen der Besitzergreifung der mit der Preußischen Monarchie Vereinigten Niederlande die Exemplarien

  1. wegen der Patente über die Besitznahme des Großherzogthums Niederrhein – der Patente wegen der Besitznahme der Herzogthümer Cleve –Berg – Geldern – des Fürstenthums Mörs und der Grafschaften Essen und Werden
  2. wegen des Königlichen Aufrufes an die Einwohner der Vereinigten Niederlande – dem Oberbürgermeister Amte dahier mitgetheilt worden sind, wurde vorher um zehn Uhr an alle Ecken der Straße durch die Herolden zur öffentlichen Kunde gebracht, daß um eilf Uhr vor dem Rathshause die Besitzergreifung im Nahmen Seiner des Königes von Preußen Majestät von dem Herrn Oberbürgermeister verkündiget werden sollte.

Der Herr Oberbürgermeister Degreek vollzog hierauf in Gegenwart der hohen Militär-Obrigkeit – des hiesigen Militärs und der Herren Offiziere des Landsturms jene Handlung mit aller der Größe und Wichtigkeit dieses Gegenstandes angemessenen Feyerlichkeit, indem derselbe zum Eingangs verl. Patente, sowie den Aufruf an die Einwohner öffentlich verlas und unter dem wiederhohlten Vivat Rufen: „Es leben Seine Majestät der König von Preußen, unser allergnädigster Landes-Vater“ unter dem Donner der Kanonen – Geläute aller Klocken – und passender Musik den Königlich-Preußischen Adler zum Beweise der Landes Hoheit vor dem Rathshause anheften ließ. [Unterschriften]

Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf