Das alte Zollhaus von 1635 in Düsseldorf-Kaiserswerth

Das Alte Zollhaus in Kaiserswerth, einem heutigen Stadtteil im Norden der Stadt Düsseldorf, stammt aus dem Jahr 1635 und ist ein geschütztes Baudenkmal. Gelegen am ehemaligen Rheintor und dem Anleger der Weißen Flotte residierte der Zollwärter in diesem Haus und kontrollierte aus der Turmstube den Schiffsverkehr auf dem naheliegenden Rhein. Schon seit dem 12. Jahrhundert (1174) war Kaiserswerth eine Zollstätte, als Kaiser Friedrich Barbarossa den Rheinzoll aus dem niederländischen Tiel nach Kaiserswerth verlegte und die Kaiserpfalz als Zollfestung erbaute. Erst im Jahr 1803 endete die Zeit der allgemeinen Zollerhebung an den Ufern des Rheins.

Diese Zollstätte begründete den Reichtum Kaiserswerths; es stand auf „goldenem Boden“, weswegen es im Volksmund auch „Em goldenen Bödemke“ genannt wurde. Lange Zeit hatte die Barbarossastadt dadurch eine höhere Bedeutung als das ein paar Kilometer südlich gelegenen Dorf an der Düssel, dem heutigen Düsseldorf.

Das historische Gebäude mit den zwei unterschiedlich großen, barocken Schweifgiebeln hat auch schwere Zeiten wie die Belagerung durch Friedrich III. von Brandenburg im Jahr 1689 oder die beinahe vollständige Zerstörung der Stadt beim spanischen Erbfolgekrieg 1702 überstanden. Nach der Zeit als Zollstelle wechselte das Haus den Besitzer und wurde für andere Zwecke verwendet. Neben der Nutzung als Wohnraum wurde Schnaps gebrannt und Wein gelagert. Eine Zeit lang wurde das Haus auch von der kleinen jüdischen Gemeinde genutzt mit einer Synagoge im ersten Obergeschoss.

Statue eines Zöllners am alten Zollhaus von 1635 in Kaiserswerth
Statue eines Zöllners am alten Zollhaus von 1635 in Kaiserswerth

An der dem Rhein abgewandten Seite des Hauses an der Ecke der 1. Etage ist in einer Nische eine Statue zu erkennen, die einen Zöllner darstellt. Diese Statue ist recht jung. Zuvor hatte eine Heiligenfigur die Nische geschmückt, die allerdings beim Beschuss von Kaiserswerth in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges 1945 zerstört wurde. Erst am 9. Oktober 1967 wurde die Lücke wieder gefüllt, nachdem die Heimatfreunde 1959 anlässlich des 30. Jahrestages der Eingemeindung nach Düsseldorf (1929) um die Schenkung einer schönen Madonna gebeten hatten. Mit Rücksicht auf die vielen Konfessionen in Kaiserswerth wurde es dann doch ein weltliches Motiv, den zuvor genannten Zöllner, der selbstzufrieden und lächelnd die Zolleinnahmen zählt.

Quelle: Wikipedia, Wolfgang H. Funken, Stadt Düsseldorf