Trockenheit: Stadt muss jetzt schon Bäume wässern

Schon in den Jahren 2018 und 2019 gab es Trockenheit und Niederschlagsdefizite, die deutliche Schäden an der Vegetation auf Düsseldorfer Stadtgebiet hinterlassen haben. Ein ausgesprochen trockener April und ein Mai mit bisher nur 20 Litern Niederschlag pro Quadratmeter verschärfte die Lage, so dass die Stadt insbesondere Bäume nun wässern muss.

Bereits Ende April, und somit zwei Jahre früher als im Vorjahr hat das Gartenamt mit Wässerungen, insbesondere von Jungbäumen und Bäumen an schwierigen oder Extremstandorten begonnen, um Schäden an der Vegetation abzumildern. Im Vergleich der Niederschlagsmengen mit dem langjährigen Mittel ab 1981 lagen die Niederschläge im Januar 2020 um 38% darunter. Die Ausnahme machte der Februar, der in diesem Jahr sehr feucht und 175% über dem Mittel lag. Der März lag mit 3% moderat unter dem Mittel, während der April mit 84% unter dem langjährigen Mittel sehr trocken war. Auch der Mai schlägt in die gleiche Kerbe, nur 20 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter verschärft das Problem.

Vertrocknete Wiesenflächen an Gehwegrändern
Vertrocknete Wiesenflächen an Gehwegrändern

Während der Trockenstress den Bäumen und Sträuchern nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich ist, kann man es deutlich an Rasenflächen und Wiesenbereichen sehen, die schon Mitte Mai trocken und verbrannt aussehen. Allerdings erholen sich Gräser nach Niederschlägen relativ schnell. Bäume werden durch andauernde Trockenheit anfällig für Pilzerkrankungen und Insektenbefall. Kurzfristige Schauer Regenfälle können hier keine Abhilfe leisten. Zudem neigen Bäume im Trockenstress zu einer vermehrten Bildung von Trocken- und Totholz in den Baumkronen, die letzlich eine Gefahr für den Fußgänger und den Autoverkehr bilden können und die Stadt zu einem deutlich erhöhten Aufwand der Pflege zwingen.

Zur Kompensation ist das Gartenamt schon seit Ende April, also rund zwei Monate früher als im Vorjahr, unterwegs, um 13.647 Bäume, insbesondere an schwierigen Standorten und verteilt im Gebiet der ganzen Stadt, zu wässern. Hierbei wird nach vier Kategorien untrschieden:

  • Jungbäume im 1. bis 4. Standjahr, gewässert durch Unternehmen (2.677 Bäume)
  • Jungbäume im 5. bis 10. Standjahr nach der Pflanzung (3.749 Bäume)
  • Bäume auf Extremstandorten (Tiefgaragen) oder schon durch Trockenheit geschädigte Bäume (5.830 Bäume)
  • Jungbäume im 1. bis 4. Standjahr ohne unternehmerische Pflege (1.391 Bäume).

Da die Wässerungen nicht alleine durch das eigene Personal bewältigt werden können, hat das Gartenamt zusätzlich externe Firmen für den Landschafts- und Gartenbau beauftragt, die rund 7.980 Bäume bewässern. Dafür steht ein Budget von 500.000 Euro zur Verfügung.

Aber auch viele Düsseldorfer Bürger sind dem Aufruf der Stadt gefolgt und haben eine Art Bewässerungspatenschaft für Jungbäume „vor der Tür“ übernommen. Dafür werden den Bürgern Wassersäcke zur Verfügung gestellt, die von Mitarbeitern des Gartenamtes installiert und von den Bürgern regelmäßig gefüllt werden. Diese Wassersäcke geben ihren Inhalt über längere Zeit an das Erdreich um den Baum ab und verhindern die Austrockung. Durch die zusätzlichen Wässerungen kann versucht werden, die größten Schäden von den Bäumen abzuwenden.

Längerfristig sollen die Standortbedingungen, eine andere Artenauswahl und eine Vergrößerung vorhandener Baumscheiben vorgesehen. Die sogenannte „Zukunftsbaumliste“, die erarbeitet wurde, nimmt darauf bereits Rücksicht.