Meine Erkrankung mit Covid-19 – Eine Chronik

Am Ostermontag, den 5. April 2021 habe ich meine erste Impfung mit dem Impfstoff AstraZeneca erhalten. Da ich mich immer an die soziale Distanzierung gehalten und auch immer Maske getragen habe, wenn ich mit anderen Menschen zusammengetroffen bin, hätte ich nicht erwartet, dass ich mir das Virus einfange. Lesen Sie hier meinen Bericht über meine Erfahrung mit der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2.

Am 15 April 2021 verspürte ich erste Symptome wie das Laufen der Nase. Da ich Allergiker bin, vermutete ich zuerst erhöhten Pollenflug, auf den ich üblicherweise im Frühjahr reagiere. Als ich am Abend trotz geheizter Wohnung fror, spürte ich, dass irgendwas nicht stimmte. Am nächsten Tag (16 Apr 2021) vereinbarte ich einen kostenlosen Bürgertest in einem von der Stadt Düsseldorf autorisierten Testzentrum. Gegen 16.00 Uhr wurde ich per Nasenabstrich-Schnelltest getestet. Kaum 30 Minuten später klingelte das Telefon und das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf informierte mich über das positive Ergebnis des Tests. Es wurde ein PCR-Test für den nächsten Tag im Zentrum an der Siegburger Straße (Philipshalle) vereinbart.

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Positiver Antigen-Schnelltest (Bürgertest) am 16 Apr 2021

Sa, 17 Apr 2021: Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon hochinfektiös war, musste ich am Morgen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Test anreisen, da es beim mobilen Dienst an Personal mangelte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon Fieber, Hitzewallungen und kalten Schweiß. Nach dem Rachenabstrich fuhr ich sofort nach Hause und legte mich ins Bett.
Einige Stunden später rief das Gesundheitsamt erneut an und unterrichtete mich über den positiven PCR-Test. Es wurde mündlich eine Quarantäneverfügung über den Zeitraum von 14 Tagen gegen mich ausgesprochen. 14 Tage, weil ich mich wahrscheinlich mit der britischen Mutation B1.1.7 angesteckt hätte. Bei dieser Mutation werden 14 Tage Quarantäne verhängt anstatt der üblichen 10 Tage. In diesen 14 Tagen darf keiner die Quarantänewohnung betreten außer städtisches Kontrollpersonal des Gesundheitsamtes oder der Hausarzt.
Am Abend hatte ich schon 40° Fieber, dass ich mangels Medikamenten mit Wadenwickeln senken konnte. Zusätzlich traten als Symptome massiver Durchfall, Geschmacks- und Geruchsverlust, Schmerzen in Muskeln, Gelenken und wahrscheinlich auch Nerven auf. Dazu entwickelte sich ein stetiger Kopfschmerz.

Positiver PCR-Test am 17 Apr 2021

So, 18 Apr 2021: Meine Cousine hatte in der Bereitschaftsapotheke Paracetamol gegen die Schmerzen und zur Fiebersenkung besorgt und mir vor die Tür gelegt. Damit kam ich ganz gut klar. Die meiste Zeit war ich im Bett, nur unterbrochen von Toilettengängen wegen des massiven Durchfalls. Im Laufe des Tages war der Geschmackssinn zurückgekommen, allerdings verkehrt ins Gegenteil. Alles schmeckte sehr süß oder sehr bitter, sodass ich überwiegend Wasser oder ungesüßten Kamillentee trank. Alles andere schmeckte ausgesprochen eklig.

Mo, 19 Apr 2021: Am Morgen rief ich meinen Hausarzt an, um ihn über meine Erkrankung zu informieren. Er verordnete mir ein blutverdünnendes Mittel (Clexane) zur täglichen Injektion in den Bauch, um die von dem Virus verursachten Entzündungen durch Mikrothrombosen in der Lunge und anderen Gefäßen zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Dieses Mittel musste erst bestellt werden und wurde mir am nächsten Tag durch die Apotheke geliefert. Erste positive Zeichen an dem Tag: Der Durchfall hörte auf. Auch hatte ich an allen Tagen keinerlei Atemprobleme oder Luftmangel. Auch Husten hatte ich nicht. Allerdings hatte ich durch das Fieber nächtliche Alpträume bzw. Fieberphantasien.

Covid-19
Clexane Blutverdünner

Di, 20 April 2021: Erstmals lag das morgendliche Fieber unter 40° bei etwa 38,7° Celsius. Appetit hatte ich nach wie vor nicht, ich zwang mich aber etwas zu essen, auch aufgrund meiner Diabetes und eventueller Unterzuckerung. Dabei stellte ich fest, dass sich mein Geschmackssinn auf dem Weg zur Besserung befand. Mittlerweile ließen auch die Schmerzen in den Muskeln und Armen nach und die Kraft in den Beinen, die nachgelassen hatte, weswegen ich Probleme beim Aufstehen aus dem Bett oder aus einem Sessel hatte, kehrte zurück.

Mi. 21 Apr 2021: Morgens nur noch Fieber um die 38° und ich fühlte mich deutlich besser. Auch der Appetit kam zurück, begünstigt duch die Normalisierung meiner Geschmacksfunktion. Nur der Kaffee schmeckte noch nicht, aber das würde sich auch verbessern. Eine langjährige Freundin bot mir an, für mich einzukaufen, wenn ich etwas bräuchte, was ich gerne annahm. Und so kam ich in den Genuss von Milch, Toastbrot und einer Flasche Orangensaft. Alles andere hatte ich noch. Mein Zustand hatte sich deutlich verbessert. Zu bemerken ist, dass fast an jedem Tag mein Hausarzt anrief, um sich über meinen Zustand zu informieren.

Do, 22 Apr 2021: Am Donnerstagmorgen hatte ich nur noch leicht erhöhte Temperatur um die 37,5° Celsius. Ich fühlte mich wieder nahezu normal, auch hatte ich erstmals wieder gut geschlafen. Im Laufe des Tages verschwanden auch die quälenden Kopfschmerzen, die zwar nicht so stark, aber unangenehm Tag und Nacht präsent gewesen waren. Ich fühlte mich stark genug, um ein paar Stunden am PC zu arbeiten und meine Web- und Facebookseiten zu aktualisieren. Diese Arbeit war seit dem Wochenende liegen geblieben.

Fr, 23 Apr 2021: Ich fühlte mich nahezu normal, auch die Körpertemperatur lag wieder im normalen Bereich. Lediglich bei Belastung, z.B. beim Müll rausbringen, kam ich etwas außer Atem. Zudem setzte leichter Husten ein, der mir aber half, Schleim aus dem Lungenbereich abzuhusten. Ich war aber kräftig genug, um meine täglichen Tätigkeiten durchzuführen.
An diesem Freitag wurde auch das Ergebnis des PCR-Tests vom 17. April aktualisiert. Um zu wissen, welche Mutationen unterwegs sind, hatte die Stadt Düsseldorf beschlossen, alle Proben auf Mutationen sequenzieren zu lassen. Bei meiner Probe stellte sich nun heraus, dass ich mit der Alpha-Mutation (vorher britische Variante) B.1.1.7 infiziert war. Diese ist nicht gefährlicher wie der Urtyp, aber ansteckender, womit die zweiwöchige Quarantäne begründet worden war.

Covid-19 B.1.1.7 (UK)
Update der Sequenzierung des Abstriches vom 17. April

Sa, 24 Apr 2021: Nach einer Woche Erkrankung hatte ich erstmals das Gefühl, die Infektion überstanden zu haben. Ich hatte kein Fieber mehr, fühlte mich gut und hatte keinerlei Krankheitssymptome mehr. Ich fühlte mich wie vor der Erkrankung mit Covid-19. Nun hieß es noch, eine ganze Woche herumzubekommen, in der ich das Haus nicht verlassen durfte, mich aber vollkommen gesund fühlte.

So, 25 Apr – Do, 29 Apr 2021: Die folgenden Tage brachte ich ganz gut herum. Einmal wurde ich von meiner Freundin Dagmar mit frischen Brötchen von Terbuyken versorgt und am Mittwoch kaufte meine Freundin Brigitte nochmals ein paar Sachen wie Milch, Toast und O-Saft für mich ein. Der Tag des Endes der Quarantäne rückte näher.

Fr, 30 April 2021: Am Nachmittag des Freitag erhielt ich einen Anruf vom Gesundheitsamt. Es sollte ein zweiter PCR-Test zum Quarantäneende durchgeführt werden, um zu bestätigen, dass ich kein Virenträger mehr bin. Ich merkte an, dass ich mich noch nicht kräftig genug fühlte, mit dem ÖPNV wieder zur Philipshalle in den 10 km entfernten Stadtteil Oberbilk zu fahren und das Amt bot mir an, den Abstrich vom mobilen Dienst durchführen zu lassen. Dieser würde am kommenden Tag (Sa, 1 Mai) ins Haus kommen. Die Vorfreude stieg, aber auch die Angst, dass ich noch nicht virenfrei wäre.

Sa, 1. Mai 2021: Der mobile Dienst wollte zwischen 9.20 Uhr und 11.00 Uhr kommen. Der Mann kam auch pünktlich in diesem Zeitraum und nach 5 Minuten war der Rachenabstrich erledigt. Allerdings würde es wegen des Maifeiertages und dem folgenden Sonntag bis zu 36 Stunden dauern, bis das Ergebnis auf die App käme. Und so war es auch; am Vormittag des Sonntag kam das ersehnte Ergebnis: Negativ auf SARS-CoV-2. Ich war wieder frei.

So, 2 Mai und Montag, 3 Mai 2021

Ich hatte die Befürchtung, dass ich nach der Erkrankung vielleicht Nachwirkungen hätte und nicht belastbar wäre. Dieses ist nicht der Fall gewesen. Der Gang von 2-3 km in das Nachbarstadtteil bereitete mir keine Probleme. Es scheint so, dass ich das Ganze gut überstanden habe.

Fazit

Ich fühlte mich effektiv sieben Tage krank mit Symptomen und Krankheitserscheinungen, die ich im Nachhinein als mittelschwer bezeichnen würde, ohne dass ich mein Leben als bedroht fühlte. Dennoch war es eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal brauche. Ich glaube, dass die Krankheit schwerer ausgefallen wäre, wenn ich nicht 10 Tage vor Ausbruch meine erste Impfung empfangen hätte. Bei einer Erstimpfung beötigt der AstraZeneca-Impfstoff zwar rund 22 Tage, um die volle Wirkung aufzubauen. Aber anscheinend konnte in den 10 Tagen nach der Impfung schon ein gewisser Schutz aufgebaut werden, der mich vor einem schwereren Verlauf oder sogar Krankenhaus bewahrt hat.

Zusammenfassung der Symptome in der Reihenfolge des Auftretens: Schnupfen, Frieren, Schüttelfrost, Hitzewallungen, kalter Schweiß, Durchfall, Fieber bis 40,2° Celsius, Fieberträume, Schmerzen im ganzen Körper, Schmerzen und Kraftverlust in Armen und Beinen, Geschmacks- und Geruchsverlust (später Rückkehr des Geschmackssinns aber „falscher Geschmack“), sowie vollkommene Antriebslosigkeit und Kräfteschwund.

Titelbild: Die schlimmsten Krankheitserscheinungen sind nach einer Woche vorbei. Auf dem Weg zur Besserung und rund 5 Kilogramm leichter.