Düssel und Kittelbach: Spaltwerk Heinrichstraße

In der Vergangenheit kam es, wie auch zu heutigen Zeiten, zu Überflutungen an der Düssel und ihren Zuläufen. Das ist historisch belegt. Da an den Flüssen und Bächen auf dem Gebiet von Düsseldorf und dem Umland häufig Mühlenstandorte (Düssel, Brückerbach und Kittelbach) lagen, die eine kontinuierliche Wasserversorgung benötigten, wurden ab dem späten 18. Jahrhundert sogenannte Spaltwerke gebaut, mit denen man die Hoch- und Niedrigwassersituation regulieren und Flußläufe teilen konnte. Diese Bauwerke werden noch bis heute genutzt und leisten immer noch dieselben Funktionen wie die historischen Vorgänger aus dem 18. Jahrhundert.

Verlauf der Düsselarme von der Quelle bis zu den Mündungen
Verlauf der Düsselarme von der Quelle bis zu den Mündungen – Bild: Von Openstreetmap contributors – (CC-BY-SA 2.0)-Lizenz. CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82983223

Es gibt drei Spaltwerke in Düsseldorf. Der Begriff Spaltwerk ist eigentlich nur in Düsseldorf für solche Bauwerke geläufig. In anderen Teilen Deutschlands wird dieser Begriff eher in der holzverarbeitenden Industrie gebraucht. Das erste Spaltwerk befindet sich in Gerresheim (Höherhof), wo die Düssel in die Nördliche und in die Südliche Düssel aufgeteilt wird. Im Verlauf der Nördlichen Düsseldorf findet man das nächste Spaltwerk an der Heinrichstraße in Mörsenbroich am Abzweig Kittelbach, wo der Kittelbach von der Nördlichen Düssel abgetrennt wird. Das dritte Bauwerk findet sich am Werstener Kreuz mit dem Abzweig Brückerbach, wo der Brückerbach von der Südlichen Düssel abgetrennt wird.

Markierung: Position des Spaltwerks Heinrichstraße

Kittelbach und Düssel am Abzweig Heinrichstraße
Ziemlich genau zwischen der Graf-Reck-Straße und dem Brückenbauwerk Gruner Straße/Ludwig-Beck-Straße liegt das Spaltwerk Heinrichstraße (siehe Markierung in der vorstehenden Abbildung). Hier wird die von Gerresheim über Grafenberg kommende Nördliche Düssel in den Kittelbach und einen weiteren Düsselzweig aufgeteilt.

Mittig hinten zu sehen der Abzweig der Düssel in Richtung Zoopark
Mittels des Schiebers kann die Durchflussmenge in Richtung Zoopark gesteuert werden

Die Düssel fließt danach weiter in Richtung Zoopark und Buscher Mühle, um im weiteren, teils verrohrten Verlauf über die Prinz-Georg-Straße und den Hofgarten in Richtung Altstadt zu fließen.

Die Nördliche Düssel im Zoopark
Die Nördliche Düssel im Zoopark

Kittelbach
Der deutlich wasserreichere Kittelbach fließt dann nordwestlich in Richtung Rhein, um das ARAG-Hochhaus am Mörsenbroicher Ei zu passieren. Ab der Grashofstraße kurz vor den Gleisen der Bahnstrecken fließt der Kittelbach vertunnelt bzw. verrohrt.

Kittelbach kurz nach dem Spaltwerk Heinrichstraße in Richtung Mörsenbroicher Ei/ARAG-Haus
Kittelbach kurz nach dem Spaltwerk Heinrichstraße in Richtung Mörsenbroicher Ei/ARAG-Haus

Der Bach ändert seine Richtung nach Norden und unterfließt das Mercedes-Werksgelände und Teile von Derendorf, um im Stadtteil Unterrath nahe der Straße „An der Piwipp“ wieder zum Vorschein zu kommen. In Höhe des Wilseder Weges ändert der Kittelbach den Verlauf Richtung Nordwesten und kreuzt die Unterrather Straße. Danach fließt der Bach im renaturierten Bereich des Landschaftsparks Kittelbach, wo er die Autobahn A44 kreuzt und sich nachfolgend durch einen Parkplatzbereich des Flughafens schlängelt. Den Flughafen Düsseldorf unterquert der Bach wieder verrohrt und kommt erst wieder in Lohausen zum Vorschein, wo er nun westlich in Richtung Düsseldorf-Kaiserswerth fließt, um nahe des Restaurants „Zum Burghof“ an der Ruine der Kaiserpfalz Kaiserswerth in den Rhein zu fließen.